Was ist das Wetter? - Definition, Elemente & Grundlagen

Wetter beschreibt den kurzfristigen Zustand der Atmosphäre an einem bestimmten Ort. Es umfasst Temperatur, Niederschlag, Wind, Luftfeuchtigkeit und Bewölkung und kann sich manchmal innerhalb von Minuten ändern.

Definition

Das Wetter ist der physikalische Zustand der Atmosphäre zu einem bestimmten Zeitpunkt an einem bestimmten Ort. Es wird durch meteorologische Größen wie Lufttemperatur, Luftdruck, Windgeschwindigkeit, Windrichtung, Luftfeuchtigkeit und Niederschlag beschrieben. Im Gegensatz zum Klima, das langfristige Durchschnittswerte über mindestens 30 Jahre beschreibt, ist das Wetter ein momentaner Zustand. Man kann es vergleichen mit dem Unterschied zwischen einer einzelnen Temperaturmessung und dem Jahreszeugnis.

Wetterelemente

Die wichtigsten Wetterelemente sind Temperatur (gemessen in °C), Niederschlag (mm), Luftdruck (hPa), Windgeschwindigkeit (km/h), Luftfeuchtigkeit (%) und Bewölkungsgrad (in Achtel des Himmels). Diese Größen werden an tausenden Wetterstationen weltweit gemessen, allein in Deutschland an über 2.000 Stationen des Deutschen Wetterdienstes. Zusammen ergeben sie das vollständige Bild des aktuellen Wetters.

Wie entsteht Wetter?

Wetter entsteht durch die ungleichmäßige Erwärmung der Erdoberfläche durch die Sonne. Am Äquator trifft die Sonnenstrahlung fast senkrecht auf, an den Polen nur flach. Dieser Temperaturunterschied treibt die gesamte Wettermaschine an. Warme Luft steigt auf, kühle Luft sinkt ab, und so entstehen Luftdruckunterschiede, die Winde erzeugen. Feuchtigkeit verdunstet über Ozeanen, wird vom Wind transportiert und fällt als Niederschlag. Die Erdrotation lenkt Winde auf der Nordhalbkugel nach rechts ab (Corioliskraft), weshalb sich Tiefdruckgebiete hier gegen den Uhrzeigersinn drehen.

Wetter vs. Witterung vs. Klima

Diese drei Begriffe beschreiben den Zustand der Atmosphäre auf unterschiedlichen Zeitskalen. Wetter ist der momentane Zustand (Stunden bis Tage), Witterung der typische Wettercharakter über mehrere Tage bis Wochen (z.B. „eine milde Witterungsphase"), und Klima der statistische Durchschnitt über mindestens 30 Jahre. Ein kalter Winter ist also Wetter, ein Trend zu wärmeren Wintern über Jahrzehnte hingegen Klimawandel.

Wetterbeobachtung

Weltweit betreiben tausende Wetterstationen kontinuierliche Messungen. Zusätzlich liefern Wettersatelliten Bilder aus 36.000 km Höhe, Radiosonden steigen per Wetterballon auf bis zu 35 km und Wetterradare erfassen Niederschlag in Echtzeit. All diese Daten fließen in numerische Wettermodelle ein, die auf Supercomputern die Atmosphäre simulieren und Vorhersagen berechnen.

Wetter in Zahlen

Die Troposphäre, also die Wetterschicht der Atmosphäre, reicht bis etwa 12 km Höhe. Sie enthält rund 80% der gesamten Luftmasse und fast den gesamten Wasserdampf. Täglich steigen weltweit etwa 1.600 Wetterballons auf, über 10.000 Bodenstationen melden stündlich und mehrere Dutzend Satelliten beobachten die Erde. Trotzdem bleibt Wetter chaotisch: Schon minimale Unterschiede in den Anfangsbedingungen können nach wenigen Tagen zu völlig verschiedenen Wetterlagen führen. In der Wissenschaft heißt dieses Phänomen „Schmetterlingseffekt".

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Wetter und Witterung?

Wetter beschreibt den momentanen Zustand der Atmosphäre (Stunden bis wenige Tage), Witterung den typischen Charakter des Wetters über mehrere Tage bis Wochen (z.B. eine milde Phase). Klima hingegen ist der statistische Durchschnitt über mindestens 30 Jahre.

Wie weit kann man das Wetter vorhersagen?

Kurzfristvorhersagen (1–3 Tage) sind heute zu über 90% zuverlässig. Die 7-Tage-Vorhersage hat noch eine Trefferquote von etwa 70%. Über 14 Tage hinaus sind nur grobe Tendenzen möglich. Das ist eine physikalische Grenze, die auch bessere Computer nicht überwinden können.

Warum ist Wetter so schwer vorherzusagen?

Wetter ist ein chaotisches System. Schon winzige Unterschiede in den Ausgangsbedingungen können nach wenigen Tagen zu komplett anderen Ergebnissen führen (Schmetterlingseffekt). Deshalb sinkt die Vorhersagegenauigkeit mit jedem Tag deutlich.

Wo wird das Wetter gemessen?

In Deutschland betreibt der Deutsche Wetterdienst über 2.000 Messstationen, davon 180 hauptamtlich besetzt. Weltweit gibt es rund 10.000 Bodenstationen, dazu Wettersatelliten, Radarstationen und täglich 1.600 Radiosondenaufstiege.

Was ist der Schmetterlingseffekt?

Der Schmetterlingseffekt beschreibt die Empfindlichkeit chaotischer Systeme: Minimale Unterschiede in den Anfangsbedingungen, bildlich der Flügelschlag eines Schmetterlings, können nach wenigen Tagen das Wetter einer ganzen Region verändern. Der Meteorologe Edward Lorenz entdeckte dieses Phänomen 1963 bei Computersimulationen.

Wie dick ist die Wetterschicht der Atmosphäre?

Die Troposphäre, in der sich fast alles Wettergeschehen abspielt, reicht bis etwa 12 km Höhe (am Äquator bis 17 km, an den Polen nur 8 km). Darüber liegt die Stratosphäre, in der kaum noch Wetter stattfindet. Zum Vergleich: Flugzeuge fliegen in 10–12 km Höhe, also knapp an der Grenze.

Warum weht Wind?

Wind entsteht durch Luftdruckunterschiede: Luft strömt immer vom hohen zum niedrigen Druck. Je größer der Druckunterschied auf kurzer Strecke, desto stärker der Wind. Die Erdrotation lenkt die Luftströme zusätzlich ab (Corioliskraft), sodass Wind auf der Nordhalbkugel nach rechts abgelenkt wird.

Was bedeuten die Wolkenarten?

Cumulus (Haufenwolken) deuten auf aufsteigende Warmluft und Schauerwetter hin. Stratus (Schichtwolken) bringen oft Dauerregen. Cirrus (Federwolken) in großer Höhe sind Vorboten einer Warmfront. Cumulonimbus (Gewitterwolken) reichen bis über 10 km Höhe und bringen Gewitter, Hagel und Starkregen.

Wie viel Wasser enthält eine Wolke?

Eine typische Cumuluswolke von 1 km Durchmesser enthält rund 500 Tonnen Wasser, verteilt als winzige Tröpfchen von nur 10–20 Mikrometer Durchmesser. Sie schweben, weil die Aufwinde stärker sind als ihre Fallgeschwindigkeit. Erst wenn Tröpfchen zusammenwachsen und schwer genug werden (ab etwa 0,5 mm), fallen sie als Regen.

Warum ist der Himmel blau?

Sonnenlicht besteht aus allen Farben. Die Luftmoleküle streuen kurzwelliges blaues Licht stärker als langwelliges rotes (Rayleigh-Streuung). Deshalb sehen wir den Himmel blau. Bei Sonnenuntergang muss das Licht einen längeren Weg durch die Atmosphäre zurücklegen. Dabei wird das Blau herausgestreut und nur Rot und Orange kommen an.

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