Klimatrends Deutschland - 10 Jahre Temperaturentwicklung

Wie hat sich das Klima in Deutschland verändert? 10 Jahre Temperaturdaten aller Landeshauptstädte im direkten Vergleich.

Temperaturentwicklung aller Landeshauptstädte

Das folgende Diagramm zeigt die Jahresdurchschnittstemperatur aller 16 deutschen Landeshauptstädte im Zeitverlauf. Die Daten umfassen einen Zeitraum von 10 Jahren und machen Klimaentwicklungen der letzten Jahre sichtbar.

Im Jahr 2025 war Düsseldorf mit 11,9 °C die wärmste Landeshauptstadt, während Schwerin mit 9,8 °C die kühlste war. Die Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Süddeutschland betragen je nach Jahr 1–3 °C.

Häufige Fragen zu Klimatrends

Wird es in Deutschland wärmer?

Ja, messbar. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland ist seit 1881 um etwa 1,8 °C gestiegen. Das liegt deutlich über dem globalen Durchschnitt von 1,3 °C. Besonders seit den 1990er-Jahren hat sich die Erwärmung beschleunigt. Die zehn wärmsten Jahre seit Messbeginn liegen alle im 21. Jahrhundert.

Welche Stadt in Deutschland ist am wärmsten?

Unter den Landeshauptstädten sind Mainz, Wiesbaden und Stuttgart regelmäßig die wärmsten, mit Jahresmitteltemperaturen über 11 °C. Die insgesamt wärmste Region Deutschlands ist der Oberrheingraben (Freiburg, Karlsruhe). Die kühlsten Landeshauptstädte sind Erfurt und Dresden im kontinental geprägten Osten.

Was ist der Unterschied zwischen Wetter und Klimatrend?

Ein einzelnes warmes oder kaltes Jahr ist Wetter. Ein Klimatrend zeigt sich erst über längere Zeiträume (mindestens 10, besser 30 Jahre). Unsere Daten über 10 Jahre machen Tendenzen sichtbar, gelten aber noch nicht als vollständiger Klimatrend im wissenschaftlichen Sinne.

Warum unterscheiden sich die Temperaturen zwischen Nord und Süd?

Der Temperaturunterschied von 1–3 °C zwischen Nord- und Süddeutschland hat mehrere Ursachen: Der Süden liegt höher (Mittelgebirge, Alpenvorland), erhält aber auch mehr Sonnenstunden. Der Norden wird durch die Nordsee maritim beeinflusst (mildere Winter, kühlere Sommer). Städte im Rheingraben profitieren von der geschützten Lage.

Nehmen Hitzewellen in Deutschland zu?

Ja. Die Anzahl der Hitzetage (über 30 °C) hat sich seit den 1950er-Jahren verdreifacht: Von durchschnittlich 4 Tagen pro Jahr auf 10–15 Tage. In den Rekordjahren 2018 und 2019 wurden in einigen Städten über 20 Hitzetage gemessen. Besonders betroffen sind Städte im Rhein-Main-Gebiet.

Werden die Winter in Deutschland milder?

Ja, die Wintertemperaturen steigen stärker als die Sommertemperaturen. Die Anzahl der Frosttage (unter 0 °C) hat um 15–20 % abgenommen. Weiße Weihnachten werden im Flachland immer seltener. In den Alpen und Mittelgebirgen ist der Effekt weniger ausgeprägt.